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12.09.2012

Ausbildungsreport 2012: JAV-Arbeit lohnt sich

Interessenvertretung fördert Zufriedenheit in der Ausbildung

Eine Interessenvertretung im Betrieb, also eine Jugend- und Auszubildendenvertretung (JAV) oder ein Betriebs- bzw. Personalrat, sind für Auszubildende sehr hilfreich. Das zeigt der neueste Ausbildungsreport des Deutschen Gewerkschaftsbundes (DGB).

„Der Ausbildungsreport zeigt, was die Arbeit unserer Aktiven in den Jugend- und Auszubildendenvertretungen wert ist.“ Mit diesen Worten kommentierte Ringo Bischoff, ver.di Bundesjugendsekretär, die Ergebnisse des siebten DGB-Ausbildungsreports zur betrieblichen Interessenvertretung.

Auch in diesem Jahr ist wieder ein Zusammenhang erkennbar zwischen der Gesamtzufriedenheit mit der Ausbildung und dem Bestehen einer betrieblichen Interessenvertretung. Rund 39 Prozent der Befragten können auf eine solche zurückgreifen und sie sind deutlich zufriedener als weitere 39,6 Prozent, die mit ihren Problemen im Betrieb alleine fertig werden müssen. Von den befragten Auszubildenden mit Interessenvertretung sind 83 Prozent mit ihrer Ausbildung „sehr zufrieden“ oder „zufrieden“ – bei jenen ohne Interessenvertretung sind es nur 62 Prozent.

Hohe Unwissenheit und fehlende Vertretungen in Kleinbetrieben
Der Ausbildungsreport gibt jedoch auch Anlass zur Sorge: Immerhin rund ein Fünftel der Befragten weiß gar nicht, ob in ihrem Ausbildungsbetrieb überhaupt eine Interessenvertretung existiert. Zudem existiert sie häufig nur in mittleren und großen Betrieben.

Überstunden, fachfremde Tätigkeiten, fehlende Betreuung
Die Kernthemen der JAV-Arbeit bleiben nach wie vor aktuell: Der Anteil von Auszubildenden, die regelmäßig Überstunden leisten müssen, ist zwar gegenüber dem Vorjahr leicht zurückgegangen. Trotz klarer gesetzlicher Vorgaben erhält jedoch fast jede_r Fünfte weder einen Freizeitausgleich noch eine entsprechende Vergütung der geleisteten Überstunden. Fast jede_r zehnte Auszubildende muss nach eigenen Angaben auch ausbildungsfremde Tätigkeiten erledigen – ein leichter Anstieg im Vergleich zum Vorjahr.
Zudem gibt es weiterhin Defizite bei der Betreuung durch eine_n Ausbilder_in.

Übernahme häufig ungeklärt
Auch die Übernahmesituation bleibt prekär: Zum Zeitpunkt der Befragung wusste nur ein gutes Viertel der Befragten, dass sie übernommen werden, knapp jede_r Zehnte hatte bereits eine Absage. Die Mehrheit von fast zwei Dritteln wusste noch nicht, wie es nach der Ausbildung weitergeht.

Gewerkschaft macht zufrieden
Rund 80 Prozent der Gewerkschaftsmitglieder gaben an, mit ihrer Ausbildung „sehr zufrieden“ oder „zufrieden“ zu sein. Unter den Auszubildenden ohne Gewerkschaftsmitgliedschaft kommen nur 71,5 Prozent zu diesem Schluss.