Gesamt- und Konzern-JAV

Jedes Unternehmen aus mehreren Betrieben mit jeweils einer JAV muss eine Gesamt- oder Konzern-Jugend- und Auszubildendenvertretung gründen.

  • Gesamt-JAV

    Besteht ein Unternehmen aus mehreren Betrieben, die jeweils eine JAV gebildet haben, so müssen die einzelnen Betriebe eine Gesamt-Jugend- und Auszubildendenvertretung (GJAV) gründen (§ 72 BetrVG).

    Die GJAV vertritt die besonderen Interessen der Jugendlichen und Auszubildenden unter 25 Jahren auf der Ebene des gesamten Unternehmens. Bei betriebsübergreifenden Angelegenheiten ist die GJAV auch für Betriebe ohne eigene JAV zuständig (§ 73 Abs. 2 i.V.m. § 50 BetrVG).

    Die GJAV kann die Interessen gegenüber dem Unternehmen nur über den Gesamt-Betriebsrat (GBR) vertreten.

    Im Rahmen ihrer allgemeinen Aufgaben hat die GJAV jedoch - wie eine JAV - einen eigenen Zuständigkeitsbereich, in dem sie selbständig handeln kann.
    Dieser umfasst das Antrags- und Anregungsrecht sowie insbesondere ihre Kontrollfunktion (§ 70 BetrVG). Die GJAV-Arbeit entspricht also weitgehend der Arbeit einer JAV.

    Die GJAV ist den einzelnen JAVen nicht übergeordnet. Sie stehen mit unterschiedlichen Aufgaben nebeneinander. Innerhalb der GJAV haben die einzelnen Mitglieder gewichtete Stimmen. Die Stimmgewichtung richtet sich nach der Zahl der Eintragungen in der letzten Wählerliste.

    Gründung der GJAV

    Die Gründung der GJAV geht von der JAV der Hauptverwaltung des Unternehmens aus. Gibt es diese nicht, so muss die Betriebs-JAV mit den meisten Wahlberechtigten zur konstituierenden Sitzung laden.

    Die einzelnen JAVen wählen jeweils eine Vertretung in die GJAV (§ 72 Abs. 2 BetrVG). Aufgrund abweichender Regelungen durch Tarifvertrag oder Betriebsvereinbarung können sie auch mehrere Vertreter/-innen in die GJAV entsenden (§ 72 Abs. 4 BetrVG).

    Neben dem entsandten Mitglied hat jede JAV auch ein Ersatzmitglied aus seiner Mitte zu bestellen (§ 72 Abs. 3 BetrVG). Bei mehreren Ersatzmitgliedern ist dabei die Reihenfolge des Nachrückens festzulegen.

    Mit einfacher Mehrheit kann eine JAV ihr entsandtes Mitglied auch wieder abberufen. Dazu ist keine Begründung nötig, es muss aber über die Nachfolge entschieden werden.

  • Konzern-JAV

    Sind mehrere Unternehmen in einem Konzern zusammengeschlossen, können die einzelnen GJAVen eine unternehmensübergreifende Konzern-Jugend- und Auszubildendenvertretung (KJAV) gründen (§ 73 a BetrVG). Dazu müssen die einzelnen GJAVen Beschlüsse fassen. Gibt es in einem Unternehmen keine GJAV, nimmt die JAV des Betriebes deren Rechte wahr.

    Um eine KJAV zu gründen, müssen die beschließenden GJAVen mindestens 75 Prozent der Jugendlichen und Auszubildenden vertreten. Es kommt hierbei nicht auf die Wahlberechtigung an, sondern auf die Beschäftigung zum Zeitpunkt der Beschlussfassung.

    Jede GJAV entsendet eines ihrer Mitglieder in die KJAV (§ 73 a Abs. 2 BetrVG). Zudem muss mindestens ein Ersatzmitglied bestellt werden. Werden mehrere Ersatzmitglieder bestellt, muss die Reihenfolge des Nachrückens festgelegt werden.

    Das Stimmengewicht der einzelnen KJAV-Mitglieder richtet sich nach der Stimmenanzahl in der jeweiligen GJAV. Besteht eine solche nicht, richtet es sich nach der Stimmenanzahl in der jeweiligen JAV (§ 73a Abs. 3 BetrVG).

    Für die Geschäftsführung und die Arbeit der KJAV gelten dieselben Regelungen wie für die GJAV bzw. die JAV (§ 73b Abs. 2 BetrVG).