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06.11.2013

Vernetzt euch!

Social Web: Gefahren erkennen, Chancen nutzen

Bis zur Erfindung des Telegrafen waren über größere Entfernungen Rauchzeichen die schnellste Form der direkten Kommunikation. Klar, das ist lange her. Mittlerweile sind dafür soziale Medien das Mittel der Wahl.

Kaum eine Uhrzeit, zu der eine Reaktion auf den gerade geposteten Beitrag ausbleibt. Und die neuen Medien gehen über das lichtschnelle Übermitteln von Nachrichten noch weit hinaus. Sie leisten auch hervorragende Dienste zur Verbesserung der Kommunikation und Arbeitsorganisation innerhalb von Gruppen und zur Gestaltung einer zeitgemäßen und effektiven Öffentlichkeitsarbeit.

Auch die Arbeit von Jugend- und Auszubildendenvertretung, Betriebsrat oder Personalrat kann damit transparenter und wirksamer werden. Social Media bereichern die klassische Kommunikation und ermöglichen eine umfassende Beteiligung der Jugendlichen und Auszubildenden.

Nicht zuletzt durch ihre maximale Flexibilität und Schnelligkeit bieten soziale Netzwerke also jede Menge kreatives Potential für die tägliche Arbeit von Interessenvertretungen, beispielsweise bei der Bewerbung betrieblicher Veranstaltungen oder bei der Sammlung von Beschwerden.

Risiken, rechtliche Aspekte und Rückschlüsse für JAVen
Allerdings lauern auch Risiken in der Nutzung des Social Web. Grenzen verschwimmen zwischen Arbeits- und Freizeit, zwischen Privatperson und Interessenvertretung. Wer Informationen über Dritte "veröffentlicht", hat einige Datenschutzrichtlinien zu beachten. Beispiele hierfür sind etwa betriebliche Vereinbarungen zum Datenschutz oder die Richtlinie 95/46/EG zum Schutz natürlicher Personen bei der Verarbeitung personenbezogener Daten und zum freien Datenverkehr.

JAVen müssen daher in ihrer eigenen Öffentlichkeitsarbeit sehr sensibel mit sozialen Netzwerken umgehen und sich den rechtlichen Anforderungen sehr bewusst sein. Dies gilt ebenso für Auszubildende, denn mittlerweile muss Jede_r damit rechnen, nicht nur Freunde und Bekannte bei Facebook & Co. vorzufinden.

Immer häufiger wird bekannt, dass dort auch Arbeitgeber die Freizeitaktivitäten ihrer Mitarbeiter_innen genau beobachten. So können Partyfotos mit anschließender Krankmeldung durchaus personalrechtliche Sanktionen zur Folge haben. Aus denselben Gründen ist auch bei abfälligen Bemerkungen über Betriebsabläufe oder Vorgesetzte Vorsicht geboten!

JAVen müssen nicht nur die Gefahr erkennen, sondern haben eben auch die Aufgabe, ihre Auszubildenden über den richtigen Umgang mit Social Media aufzuklären. Bringt das Thema am besten bei eurer nächsten JA-Versammlung auf den Tisch und ladet ggf. Sachverständige dazu ein.

Unser Social Media Guide
Wer sich genauer über das Thema informieren möchte, wirft am besten einen Blick in den Social Media Guide der ver.di Jugend. Darin haben wir euch Informationen zu Social Media Guidlines im Betrieb, zu Privatsphäre-Einstellungen, Freundeslisten und Profilen in sozialen Netzwerken zusammengestellt. Außerdem gibt es praktische Hinweise - beispielsweise dazu, ob ihr in sozialen Netzwerken mit Vorgesetzten "Freundschaft schließen" solltet.

Wir wünschen euch eine spannende Lektüre und vor allem viel Spaß und Erfolg im Social Web!