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17.07.2013

Überzeugend überzeugen

Als JAV den richtigen Ton finden

JAVen vertreten die Interessen der Auszubildenden und Jugendlichen. Um effektiv arbeiten zu können, sind die Interessenvertretungen dabei auf aktive Mithilfe angewiesen. Gelungene Überzeugungsarbeit ist hier oft die halbe Miete – damit die Jugendlichen verstehen, dass ihre Beteiligung im eigenen Interesse ist und sich lohnt. Hier einige Tipps, wie JAVen ihre Auszubildenden erfolgreich motivieren können.

Ein Projekt, eine Aktion oder eine Kampagne stehen an. Als JAV hat man damit alle Hände voll zu tun. Damit ein Projekt am Ende auch erfolgreich ist, sind Unterstützung und Mithilfe der Auszubildenden im Betrieb erforderlich. Wenn auch z. B. die eigene Übernahme eine großer Ansporn an sich ist, als Auszubildende_r aktiv zu werden, gibt es vieles Zusätzliche, was JAVen tun können, um nachhaltig zu begeistern und zum Mitmachen zu motivieren.

Fakten organisieren, Wünsche hören
Eine animierende Rede will gut vorbereitet und mit Fakten unterfüttert sein. Deshalb ist es wichtig, dass sich JAVen ein rundes Bild der Situation machen. So kann im Vortrag dann eine klare Situationsbeschreibung geliefert werden.

Bei einer Übernahmekampagne beispielsweise lassen sich aus der Personalabteilung die Übernahmezahlen besorgen: Wie viele wurden in welche Arbeitsvertragsverhältnisse übernommen? Gleichzeitig ist es wichtig, als JAV mit möglichst vielen Auszubildenden über ihre Interessen und Wünsche zu sprechen – und diese mit den eigenen Vorstellungen abzugleichen.

Das kann auch anhand von Umfragebögen geschehen oder bei einer Auszubildendenversammlung mit einer Pinnwandabfrage, bei der für die einzelnen Ideen Punkte vergeben werden. Durch diese Vorarbeit können die Forderungen bzw. Kampagnenziele möglichst genau auf die tatsächlichen Ziele der Auszubildenden abgestimmt werden. Je näher ihr an der Lebenssituation eurer Leute dran seid, desto sympathischer und kompetenter werdet ihr wahrgenommen ("Das ist unsere Interessensvertretung, die kennt sich genau aus.").

Kampagne an Interessen der Auszubildenden ausrichten
Damit die jungen Menschen die Notwendigkeit ihrer Beteiligung verstehen, ist es hilfreich darzustellen, dass die geplanten Aktionen genau die Probleme der Auszubildenden aufgreifen. Die Begründungen sollten deshalb ebenfalls möglichst nah an der Lebensrealität der Auszubildenden liegen.

Außerdem sollte die JAV verdeutlichen, dass es ohne eine Beteiligung der Auszubildenden nicht geht: Niedrigschwellige Beteiligungsangebote machen! Einfache Angebote wie eine Unterschriftensammlung, Buttons oder T-Shirts etc. stärken die Identifikation mit dem Kampagnen- oder Aktionsziel. Gute Aktionsideen zu verschiedenen Themen gibt es in unserer JAV-Toolbox. Weitere Aktionsbeispiele erfährt man bei unseren Seminaren und bei den Jugendsekretärinnen und -sekretären vor Ort.

Reden, aber richtig
Wer überzeugen möchte, sollte einige Grundregeln beherzigen, um bei den Zuhörenden Begeisterung zu wecken. Bevor das erste Wort gesprochen wird, sollte mit der Wahl des Ortes und der Umgebung eine möglichst angenehme Atmosphäre geschaffen werden. Das stimmt das Publikum entspannt und wohlgesonnen.

Anreize schaffen! Den Jugendlichen am Anfang der Rede und in deren Verlauf immer wieder verdeutlichen, dass sie selbst etwas von ihrer Beteiligung haben – z. B. bessere Ausbildungsqualität, mehr Geld oder eine Übernahme.

  • Positive Formulierungen nutzen – Argumente so vorbringen, dass sie möglichst positive Assoziationen hervorrufen. Das wird erreicht durch die Wahl positiver Worte sowie durch die Vermeidung negativer.
  • Mit "Ja" bekräftigen – "Ja" ist das stärkste positive Wort. Beim Darstellen der eigenen Position dieses Wort oft verwenden. Bei den Zuhörerenden innerliche "Jas" erzeugen: Je öfter sie innerlich nicken, desto größer ist die Wahrscheinlichkeit, dass sie am Ende überzeugt sind.
  • Weichmacher weglassen – auf sogenannte sprachliche Weichmacher wie "eigentlich", "gewissermaßen", "halt" oder "einfach" verzichten. Diese erzeugen beim Publikum den Eindruck von Unsicherheit.
  • Argumente wiederholen – Die besten Argumente mehrmals bringen. Ein häufig gehörtes Argument prägt sich besser ein und überzeugt eher, da die Zuhörenden es bereits kennen. Dem, was wir kennen, vertrauen wir.
  • Einwände zulassen – Gegenargumente nicht abschmettern. Formulierungen nutzen wie "Ein kluger Gedanke, auf der anderen Seite müsst ihr jedoch bedenken, dass ...".

Tue Gutes und rede darüber
Eine gute JAV hält die Auszubildenden über alle Teilschritte und -erfolge auf dem Laufenden. Deshalb während einer Kampagne immer wieder den Kontakt zur Jugend im Betrieb suchen und regelmäßig Feedback geben.

JAVen, die tiefer in die Thematik einsteigen möchten, finden hier spannende Seminare zu Rhetorik und Kommunikation.