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28.08.2013

Sozialabgaben und Lohnsteuer

Was passiert mit unseren Entgeltabzügen?

Sozialabgaben mindern das Bruttoeinkommen. Und auch die Lohnsteuer schmilzt das verbleibende Netto noch mal zusammen. Was genau wird da eigentlich abgezogen? Wofür wird dieses Geld verwendet? Und wie kann man einen Teil davon zurückbekommen? Das und mehr erläutert ver.di Jugend mit Infos rund ums Thema.

Azubis zahlen Sozialabgaben, sobald sie mehr als 325 Euro Ausbildungsvergütung brutto verdienen. Das sind ungefähr 21 Prozent des Bruttoeinkommens. Dieses Geld geht an die gesetzliche Kranken-, Arbeitslosen-, Renten- und Pflegeversicherung.

Fair geteilt: Früher haben Arbeitgeber und Beschäftigte jeweils die Hälfte der Sozialabgaben übernommen. Ausgenommen war schon damals die Unfallversicherung. Unfallrisiken werden nämlich allein den Arbeitgebern zugesprochen. Deshalb müssen sie weiterhin die kompletten Beiträge zahlen. Das Halbe-Halbe-System bei den Sozialabgaben wurde mit Einführung der Pflegeversicherung durchbrochen, als zur Finanzierung der Buß- und Bettag als Feiertag abgeschafft wurde (außer in Sachsen).

Bei der Rentenversicherung ist es das Gleiche: Wer im Alter einen angemessenen Lebensstandard halten will, muss zunehmend auch privat vorsorgen. Besonders kritisch dabei: Viele Menschen haben durch ein zu niedriges Einkommen keinerlei Möglichkeit, Geld zur Seite zu legen.

Ähnlich sieht es auch bei der Krankenversicherung aus: Die früheren Vereinbarungen werden nach und nach ausgehöhlt. Medikamentenzuzahlungen beispielsweise müssen Arbeitnehmer_innen nun voll bezahlen. Zusätzlich übernimmt jede_r Beschäftigte einen Sonderbeitrag in Höhe von 0,9 Prozent – ohne Beteiligung des Arbeitgebers.

Lohnsteuer
Ab einer bestimmten Einkommensgrenze müsst ihr auch als Auszubildende Lohnsteuer zahlen. Das bedeutet konkret: Vom Einkommen, das über dem Grundfreibetrag liegt – zurzeit 8.130 Euro und ab 2014 8.354 Euro –, muss ein Teil ans Finanzamt abgeführt werden. Die Lohnsteuer behält der Arbeitgeber automatisch ein: Sie wird bei der monatlichen Gehaltsabrechnung vom Bruttolohn abgezogen. Der Arbeitgeber überweist das Geld dann direkt ans Finanzamt.

Geld zurück: Es besteht die Möglichkeit, einen Teil der gezahlten Steuern vom Staat wiederzubekommen. Hierzu wird beim zuständigen Finanzamt eine Steuererklärung eingereicht. Darin können auch Auszubildende Kosten von ihrem Bruttoeinkommen abziehen, die ihnen im Zusammenhang mit ihrer Berufsausbildung entstanden sind – auf diese Kosten muss dann keine Lohsteuer gezahlt werden.

Steuerlich absetzbar sind unter anderem:

  • Arbeitsmittel: z. B. Computer, Fachliteratur, Werkzeug, typische Berufskleidung etc.
  • Aufwendungen für einen beruflich veranlassten Umzug
  • Fortbildungskosten
  • Fahrten zwischen Wohnung und Arbeits- bzw. Ausbildungsstätte
  • Reisekosten
  • Gewerkschaftsbeiträge

Hilfe bei der Steuererklärung
ver.di-Mitglieder bekommen bei ihrer Steuererklärung kostenlose Unterstützung. Dafür hat ver.di ausgebildete Fachleute, die kompetent informieren und auch ganz konkret beim Ausfüllen der Steuererklärung zur Seite stehen.

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