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02.05.2013

Social Media für JAVen

In sozialen Netzen aktiv für die Interessen der Jugend

Zu Hause, in der Arbeit und unterwegs: Internet und soziale Netzwerke – das sogenannte Social Web – sind nahezu allgegenwärtig. Gewerkschaftlich Aktive können über das Social Web hervorragend auf ihre Themen aufmerksam machen und für ihre Aktionen Unterstützung mobilisieren. Die ver.di Jugend gibt an dieser Stelle Anregungen und Tipps für JAVen beim Umgang mit dem Social Web.

Facebook hat sich zum wichtigsten sozialen Netzwerk entwickelt. Es gibt allerdings noch andere Kanäle, die eine große Rolle im Social Web spielen. Dazu gehören Twitter – der Kurznachrichtendienst, Youtube – die Videoplattform, ebenfalls vom Google-Konzern: Google+ – die direkte Konkurrenz zu Facebook oder auch XING – das Business-Portal.

Auch das ist nur ein kleiner Ausschnitt des Social Web, andere Plattformen haben für die Kommunikation betrieblicher Interessenvertretungen bislang aber noch wenig Relevanz.

Zielgerichtet vernetzen und in Dialog treten
Mit diesen neuen Medien eröffnen sich auch für JAVen gute Möglichkeiten der betrieblichen Öffentlichkeitsarbeit. Soziale Netzwerke machen ein Stück weit unabhängiger von klassischen Medien, weil man Meldungen selbst veröffentlichen kann. Früher entschieden die Redaktionen der Zeitungen und Sendeanstalten, ob eine Pressemitteilung veröffentlicht wird oder nicht.

Im Social Web kommen noch Schneeballeffekte dazu, wenn jeder Empfänger_in die Nachricht an die eigenen Freunde weiterleitet. Diese sogenannte Viralität ist besonders hoch, wenn der Beitrag entweder sehr witzig oder sehr interessant ist. Kurz und prägnant geschriebene Posts erreichen auch oft mehr Menschen als lange umständliche Texte. Bilder oder Videos funktionieren ebenfalls besser als reine Pressemitteilungen.

Ein weiteres Merkmal des Social Web ist der Rückkanal. Eure Zielgruppen können über Kommentarfunktionen auf eure Beiträge reagieren und euch direktes Feedback geben. Ein klassisches Flugblatt konnte das nicht.

Dadurch entsteht ein Dialog, der auch zur Vernetzung der Mitglieder und Unterstützer_innen untereinander beiträgt. Ihre Beteiligung an der Kommunikation fördert auch die Motivation für konkrete Aktionen in der realen Welt.

Bevor es loslegt, sollte zunächst klar sein, welche Ziele im Social Web eigentlich verfolgt werden sollen. Geht es zum Beispiel darum, nur eine geschlossene Zielgruppe mit bestimmten Informationen zu versorgen? Oder ist das Ziel, Druck aufzubauen und möglichst viele Menschen als Unterstützer_innen zu gewinnen? Nicht jedes Portal im Social Web ist für jedes Ziel gut geeignet.

Zu fragen ist auch, wie viel zeitliche Ressourcen eigentlich zur Verfügung stehen. Nichts ist schlimmer als ein verwaister und ungenutzter Kanal. Daher macht es Sinn, sich diese Fragen zu stellen, bevor gleich mal eine Facebook-Seite ins Leben gerufen wird. Social Media bedeutet, Dialoge zu führen, auf Fragen und auch auf negative Kommentare zu reagieren und die eigenen Zielgruppen ernst zu nehmen.

Das größte Netzwerk: Facebook
Über Facebook lassen sich gegenwärtig mehr Menschen erreichen als mit anderen Plattformen. Dabei stellt sich die Frage: Lieber eine Facebook-Fanseite (auch "Fanpage" oder einfach "Seite") oder ein Einzelprofil anlegen oder für speziell ausgewählte Mitstreiter_innen eine Gruppe gründen? Jede Option hat ihre Vor- und Nachteile:

  • Einzelprofil

Ein Einzelprofil ist das, was sehr viele bereits bei Facebook haben. Hier teilt man seine persönlichen Interessen, News und Vorlieben mit dem eigenen Facebook-Freundeskreis. Neue Freunde können aktiv befreundet werden.

Als JAV kann man unter einem Pseudonym ein solches Profil erstellen und damit anonym auf die eigenen Themen hinweisen. Allerdings besteht die Gefahr, dass Facebook das Profil löscht, denn Einzelprofile sind nur für reale Personen erlaubt.

  • Fanseite

Eine Fanpage kann individuell gestaltet werden und bietet mehr Möglichkeiten als ein Einzelprofil. Für Gremien wie eine JAV oder andere Organisationen ist sie die offiziell richtige Wahl. Einzelprofile sind auf 5000 Freunde begrenzt.

Seiten haben dagegen keine Begrenzung, können aber auch nur passiv "geliked" werden. Im Gegenzug muss kein Admin jeden neuen Fan bestätigen. Sie sind auch erreichbar, ohne bei Facebook eingeloggt zu sein und sie liefern eine umfangreiche Statistik über die eigenen Fans.

Das Ziel einer Fanseite sollte langfristig gesteckt sein, da der Aufbau einer größeren Community viel Zeit in Anspruch nimmt. Dies könnt ihr erreichen, indem ihr über eure persönlichen Profile andere auf die Fanseite aufmerksam macht, auf euren Publikationen darauf hinweist und bei euren Veranstaltungen dafür werbt. Um für kurzfristige oder einmalige Anlässe oder Themen aufmerksam zu machen, ist es eventuell besser, bereits bestehende Fanseiten zu nutzen.

Hierfür eignet sich zum Beispiel die zentrale Fanseite der ver.di Jugend oder die der ver.di Jugend in eurem Bundesland. Auch ist zu bedenken, dass sich Fanseiten zum gleichen Thema gegenseitig Konkurrenz machen können. Daher ist es manchmal sinnvoller, Themen auf einer Fanseite zu bündeln, als viele Seiten zu gründen, bei der keine einzige über viele Fans – und damit Reichweite verfügt.

  • Gruppe

Gruppen haben im Unterschied zu Fanseiten keinen zentralen Absender (zum Beispiel eure JAV). Jedes Gruppenmitglied postet im eigenen Namen. Dadurch können Diskussionen in größeren Gruppen mitunter etwas chaotisch verlaufen.

Geht es jedoch in erster Linie um den Austausch in einer abgegrenzten Personengruppe, ist die Gruppe einer Fanseite vorzuziehen. Gruppen können öffentlich und offen zugänglich, öffentlich aber nur mit Zugang nach Erlaubnis und geheim eingestellt werden.

Die wichtigsten Kanäle im Überblick

Die weltweit größte Community und bietet so viele Möglichkeiten wie kein anderes Netzwerk. Allerdings wird Facebook immer wieder wegen seiner Privatsphäre- und Datenschutz-Einstellungen kritisiert. Diese sind laut Datenschützer_innen zu kompliziert und zu unsicher.

Zur schnellen Verbreitung von Neuigkeiten ist Twitter am besten geeignet. Es ist einfacher als Facebook, bietet aber weniger Möglichkeiten – z. B. ist auf Twitter keine direkte Anzeige von Videos möglich. Auch der Dialog mit anderen Usern ist eingeschränkt.

Die unkomplizierte Handhabung des Portals und die einfache Einbindung von Videos sind gute Möglichkeiten, um z. B. Mobilisierungsvideos für Aktionen viral zu verbreiten.

Bislang zwar übersichtlicher als Facebook, bietet aber auch weniger Möglichkeiten. Die Privatsphäre-Einstellungen sind leichter zu finden und zu verstehen. Die Reichweite zu echten Nutzer_innen ist nach wie vor beschränkt.

Die Plattform für alle Berufstätigen und Arbeitssuchenden hat ihren Schwerpunkt auf Business-Kontakte gelegt.

  • Blogs

Erwähnenswert sind auch ganz herkömmliche Blogs. Aufgrund der Kommentarfunktion und der zahlreichen Querverlinkungen untereinander zählen auch sie zum Social Web. Hier lassen sich auch längere Texte veröffentlichen oder Videos und Bilder einbinden. Häufig ist es sinnvoll, die Themen im Blog ausführlich zu beschreiben und Plattformen wie facebook oder Twitter vor allem dazu zu nutzen, den eigenen Blog zu bewerben.

Auf Wordpress oder Tumblr könnt ihr ohne besondere Vorkenntnisse eigene Blogs erstellen. Tumblr bietet zusätzlich die Möglichkeit Inhalte einfach zu teilen.