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28.02.2014

Grippe, Beinbruch, Loch im Zahn?!

So läuft das mit der Krankmeldung!

Manchmal geht es nur um eine ärztliche Routinekontrolle. Und manchmal hat es euch richtig erwischt: Kopf schwer, Hals kratzt, Nase zu oder auch Fieber… da will man einfach nur noch ins Bett und sich auskurieren. Eins noch: Gebt bitte vorher eine Krankmeldung ab, damit nach eurer Genesung keine böse Überraschung vom Arbeitgeber droht! Wie ihr euch einwandfrei krankmeldet – hier kurz erklärt!

So richtig Frühling ist es noch nicht und die winterlichen Erkältungs- und Grippewellen sind noch nicht ganz überstanden. Falls es euch tatsächlich erwischt: Auszeit nehmen und vor allem viel schlafen!

Damit bei schmerzenden Gliedern nicht noch Stress mit dem Arbeitgeber hinzukommt, meldet euch unbedingt sofort krank! Ihr vermeidet dadurch unter Umständen eine gekürzte Vergütung, eine Abmahnung oder in schweren Fällen sogar eine fristlose Kündigung.

Zur korrekten Krankmeldung hier unser Schnell-Check (funktioniert sogar mit dickem Kopf…)

Zum Hörer greifen!
Ihr seid verpflichtet, eurem_r Ausbilder_in sofort telefonisch Bescheid zu geben – am ersten Tag eurer Fehlzeit und noch vor Arbeitsbeginn! Was euch genau fehlt, interessiert dabei nicht, sehr wohl allerdings, wie lange ihr voraussichtlich ausfallen werdet.

Diese Info braucht euer Arbeitgeber zwingend, damit er den Arbeitsausfall im Betrieb möglichst effektiv ausgleichen kann.

Falls ihr am ersten Krankheitstag für die Berufsschule oder eine andere Ausbildungsmaßnahme freigestellt seid, ändert das auch nichts – dann braucht nicht nur der Arbeitgeber, sondern auch die Berufsschule bzw. Ausbildungsmaßnahme eine entsprechende Info.

Immerhin: Im Gegensatz zum Arbeitgeber reicht hier eine schriftliche Entschuldigung, die ihr noch am selben Tag per Post abschickt.

Attest besorgen!
Falls das mit dem_r Ausbilder_in so vereinbart ist, müsst ihr schon ab dem ersten Tag der Ausfallzeit ein offizielles Attest von eurer behandelnden Arztpraxis vorlegen.

Spätestens fällig wird das Attest nach drei Kalendertagen Krankheit, dieses muss dann am folgenden Arbeitstag eurem Arbeitgeber vorliegen (§ 5 EntgFG).

So ein Attest bekommt ihr im Nachhinein nur schwierig oder gar nicht – deswegen unbedingt sofort zum Arzt oder zur Ärztin! Falls es euch am dritten Tag so richtig umhaut und ihr komplett ans Bett gefesselt seid, fehlt euch das zwingend benötigte Attest für euren Betrieb.

Außerdem: Wenn ihr nach der attestierten Krankheitsdauer immer noch flach liegt, braucht ihr leider auch sofort ein Folgeattest.

Alles erledigt? Dann gibt‘s auch weiterhin Geld!
Ihr habt euch sofort krank gemeldet und auch ein entsprechendes Attest eingereicht? Dann seid ihr jetzt zumindest die Sorgen um euren Lohnanspruch los: Der besteht nun weiter bis zur sechsten Woche eurer Ausfallzeit.

Und falls ihr bedauerlicherweise noch länger nicht zur Arbeit gehen könnt, zahlt eure Krankenkasse bis zu 78 Wochen lang Krankengeld.

Jetzt also erstmal: zurücklehnen und auskurieren!

Arzttermin während der Arbeitszeit?
Nach § 616 BGB dürft ihr einen Arzttermin in eure Arbeitszeit legen, wenn das tatsächlich dringend notwendig ist – zum Beispiel bei akuten Schmerzen.

In einem solchen Notfall meldet ihr euch bei der Personalabteilung ab und lasst euch auch in diesem Fall ein ärztliches Attest ausstellen, das ihr sofort im Betrieb abgebt oder per Post schickt (falls ihr am nächsten Tag noch nicht wieder zur Arbeit gehen könnt).

Nicht wirklich dringende Arztbesuche nehmt ihr am besten wirklich nur in eurer Freizeit wahr – sonst werdet ihr für die Dauer eurer Abwesenheit unter Umständen nicht bezahlt!

In allen Fällen müsst ihr eine möglichst frühe oder späte Uhrzeit für euren Termin wählen, damit ihr durch die notwendigen Fahrtzeiten nicht noch länger eurem Arbeitsplatz fernbleibt. Also: Besser direkt nach dem Arzt in die Arbeit oder umgekehrt.

Sonderfälle gelten:

  • wenn eine ärztliche Untersuchung zwar nicht sofort sein muss, aber zum Beispiel alle Sprechzeiten der Arztpraxis in eure Arbeitszeit fallen: Dann bekommt ihr auch für einen solchen Arzttermin euren vollen Lohn.
  • falls euer Arzt oder eure Ärztin einen bestimmten Termin vorgibt: Hier entscheiden dann zunächst die tariflichen Vorgaben für euren Betrieb.
  • wenn der Arztbesuch zur festgelegten Zeit "medizinisch unvermeidbar" ist (vgl. Landesarbeitsgericht Halle/Saale vom 23.06.2010 – 5 Sa 340/09): Ein typisches Beispiel wäre die Blutabnahme am Morgen, zu der ihr in nüchternem Zustand erscheinen müsst.
  • bei betrieblicher Gleitzeitregelung: Hier können Beschäftigte für einen Arztbesuch in der Gleitzeit keine Zeitgutschrift verlangen, falls es keine ausdrücklich andere Regelung gibt (vgl. Landesarbeitsgericht Hamm vom 11.12.2001 - 11 Sa 247/11 -, LAG-Report 2002, 134).

Jetzt aber: Gute Besserung!
Leichter gesagt als getan – aber tatsächlich auch eure Verpflichtung: möglichst schnell wieder gesund und arbeitsfähig zu sein! Haltet euch also unbedingt an die Anweisungen von Arzt oder Ärztin.

Immerhin: Falls ihr keine strengste Bettruhe verordnet bekommen habt, dürft ihr durchaus ins Kino gehen, selbst wenn ihr gerade nicht arbeiten könnt (zum Beispiel mit einem gebrochenen Bein).

Wir wünschen euch in jedem Fall schnelle und gute Erholung!