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20.04.2016

Präsent sein durch Öffentlichkeitsarbeit

So verschafft ihr euch als JAV Gehör

Erfolgreiche JAV-Arbeit basiert auf guter Öffentlichkeitsarbeit. Denn JAV-Mitglieder müssen sich Gehör verschaffen: im Betrieb, bei Kolleginnen und Kollegen – und häufig auch darüber hinaus. Dafür müsst ihr nicht nur die verschiedenen Instrumente der Öffentlichkeitsarbeit kennen, sondern auch eine gute Portion "gewusst-wie" haben. Denn hier läuft keineswegs alles nach "Schema F".

Als JAV habt ihr alle Hände voll zu tun: Zum Beispiel müsst ihr euch für die Qualität der Ausbildung, Übernahme und für Gleichstellung einsetzen. Ihr achtet darauf, dass geltende Gesetze, Verordnungen, Unfallverhütungsvorschriften, Tarifverträge und Betriebsvereinbarungen eingehalten werden. Und ihr müsst Anregungen von Auszubildenden entgegennehmen.

Eure Arbeit lebt allerdings auch davon, dass die Auszubildenden hinter euch stehen und ihre JAV unterstützen. Eine gute JAV sorgt dafür, dass jugendliche Beschäftigte und Auszubildende stets über das aktuelle Geschehen im Betrieb oder in der Dienststelle informiert sind.

JAV-Arbeit transparent gestalten
Durch professionelle Öffentlichkeitsarbeit können JAVen ihre Arbeit transparent machen und die Auszubildenden für ihre Ziele begeistern. Und nicht zuletzt auch sich selbst als JAV bei den Auszubildenden bekannt machen und promoten. Ob eure Öffentlichkeitarbeit den Nagel auf den Kopf getroffen hat, zeigt sich oft in der Beteiligung zur JAV-Wahl.

Gerade im Wahljahr möchte eine JAV alle interessierten Menschen zu einer Kandidatur motivieren. Und das funktioniert besonders gut, wenn die Auszubildenden über die Vertreter_innen ihrer JAV und deren Aufgabenbereiche Bescheid wissen. Genau hier hapert es oft, deshalb müsst ihr für eine möglichst hohe Transparenz sorgen.

Besonders eignen sich dazu Jugend- und Auszubildendenversammlungen, eine JAV-Zeitung, Plakate und natürlich persönliche Gespräche. Aber auch E-Mail- und Handy-Verteilergruppen oder Soziale Netzwerke wie Facebook gehören mehr und mehr in den betrieblichen Alltag und sollten daher in eure Planung einbezogen werden.

Der Weg zum großen Ziel
Unregelmäßige und unkoordinierte Öffentlichkeitsarbeit gerät leider sehr schnell in Vergessenheit, eine konzeptionelle Planung ist also der erste und ganz wichtige Schritt. In eurem Konzept müsst ihr als Erstes die Ausgangssituation analysieren, also das „Problem“ konkret in Worte fassen.

Daraus lassen sich verschiedene Ziele ableiten, die ihr wiederum in langfristige, mittelfristige und kurzfristige Teilziele unterscheiden könnt. Alle Ziele sollten dabei klar benannt, messbar, realistisch, relevant für die eigenen Interessen und konkret erfahrbar sein.

Wen wollt ihr erreichen?
Als nächstes schreibt ihr auf, welche Personengruppen ihr eigentlich mit eurer Öffentlichkeitsarbeit erreichen wollt. Das können zum Beispiel Auszubildende, die Beschäftigten oder natürlich auch die für die Ausbildung Verantwortlichen sein. Denn davon hängt ab, wie ihr eure zentralen Botschaften formuliert. Sobald ihr genau wisst, mit wem ihr sprecht und wie diese Menschen ticken, fühlen, denken und welche Bedürfnisse, Wünsche und Träume sie haben, könnt ihr eure Aussagen genau auf diese Gruppe abstimmen.

Der rote Faden
Gute Öffentlichkeitsarbeit braucht einen strategischen Ansatz: Wie sieht euer zentraler Lösungsweg aus, welche kreative Leitidee führt zu euren Zielen? Wollt ihr dazu Bündnisse schmieden, zum Beispiel mit anderen Organisationen oder euren Gegner direkt angehen? Oder vielleicht potenzielle Unterstützer_innen aktivieren?

Sobald dieser Kern eurer Konzeption steht, könnt ihr verschiedene passende Maßnahmen oder Einzelinstrumente planen. Eure Palette reicht dabei von der Informationsveranstaltung bis zur öffentlichkeitswirksamen Aktion, auf dem Betriebsgelände oder in der Fußgängerzone.

Lasst Bilder sprechen!
Ein Bild sagt bekanntlich mehr als tausend Worte – genau darauf müsst ihr bei der Planung eurer kreativen Aktionen achten. Wenn ihr dabei eure Konzeption immer im Hinterkopf habt, könnt ihr eure Botschaften sehr gut transportieren.

Also: Was für ein Bild soll eure Aktion vermitteln? Mit Symbolen arbeitet ihr oft viel wirkungsvoller als durch eine simple Flugblattverteilung. So lassen sich beispielsweise abgelehnte Übernahmen durch leere Stühle auf der Betriebsversammlung thematisieren. Ein solches Bild bleibt den Beschäftigten viel präsenter im Gedächtnis hängen als „schon wieder so ein Flugblatt“.

Fit für die Öffentlichkeit
Eure ver.di Jugend bietet euch rund um die Öffentlichkeitsarbeit qualifizierte Seminare an, in denen ihr als JAVen die jeweils richtigen Medien kennenlernt – ganz entsprechend euren Zielen. Dort erfahrt ihr außerdem, wie ihr mit kleinem Aufwand eine große Wirkung erreicht und wie Menschen auf bestimmte Reize reagieren. Und natürlich trainiert ihr euer neues Wissen auch durch die Planung von konkreten Projekten in eurem Betrieb oder eurer Dienststelle.

Schaut doch gleich mal in unserem Bildungsportal vorbei!