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22.01.2013

Kräftiger Anstieg der tariflichen Vergütungen

Mehr Geld für Auszubildende in Ost und West

Das Bundesinstitut für Berufsbildung (BIBB) hat die Ausbildungsvergütungen für das Jahr 2012 ausgewertet. Demnach bleibt es zwar beim West-Ost-Gefälle, jedoch verzeichnen alte wie neue Bundesländer einen erfreulichen Anstieg der Ausbildungsvergütungen. Wodurch einmal mehr bewiesen ist: Gewerkschaft lohnt sich – Mitglied werden!

Das BIBB hat für seine Auswertung die durchschnittlichen Vergütungen für 184 Berufe in Westdeutschland und für 149 Berufe in Ostdeutschland ermittelt. 88 Prozent aller Auszubildenden werden in diesen Berufen ausgebildet.

Der Abstand der Tarifniveaus in Ost und West ist gleich geblieben: Wie schon 2011 wurden auch in 2012 nur 91 Prozent der westlichen Ausbildungsvergütungshöhen erreicht. Die tariflichen Ausbildungsvergütungen bezogen auf das gesamte Bundesgebiet betrugen 2012 im Schnitt 730 € monatlich. Der durchschnittliche Vorjahreswert von 700 € stieg in 2012 damit um 4,3 Prozent.

Deutlicher Vergütungsanstieg
Die tariflichen Ausbildungsvergütungen lagen 2012 in Westdeutschland bei durchschnittlich 737 € im Monat. Das bedeutet eine Erhöhung von 4,1 Prozent gegenüber 2011. In Ostdeutschland gab es 5,0 Prozent mehr Geld für Auszubildende: Sie erhielten 2012 durchschnittlich 674 € monatlich.

Im Osten gab es mit 4,9 Prozent bereits im Vorjahr einen ähnlich starken Zuwachs. In Westdeutschland fiel 2012 der prozentuale Vergütungsanstieg jedoch wesentlich höher aus als in 2011 – da betrug er zum Vergleichswert aus 2010 lediglich 2,9 Prozent.

Berufsbedingte Unterschiede in der Vergütungshöhe
Je nach Ausbildungsberuf bestehen allerdings erhebliche Unterschiede in der Vergütungshöhe. Sehr hohe Vergütungsdurchschnitte gab es 2012 z. B. in den Berufen Mechatroniker_in (West: 909 €, Ost: 885 €) und Kaufmann / Kauffrau für Versicherungen und Finanzen (West und Ost: 896 €).

Auch Berufe des Bauhauptgewerbes – beispielsweise Maurer_in – verzeichneten in Westdeutschland 2012 sehr hohe tariflich vereinbarte Ausbildungsentgelte: durchschnittlich 968 € monatlich. Im Osten fielen 2012 die Vergütungen dieser Branche mit 772 € deutlich geringer aus.

Demgegenüber sind einige Beispiele für eher niedrige Vergütungsdurchschnitte in 2012 Maler_in und Lackierer_in (West und Ost: 528 €), Bäcker_in (West und Ost: 500 €), Florist_in (West: 460 €, Ost: 312 €) und Friseur_in (West: 454 €, Ost: 269 €).

Spitzenreiter: öffentlicher Dienst, Industrie und Handel
Deutliche Unterschiede im Vergütungsniveau bestanden 2012 auch in den verschiedenen Ausbildungsbereichen. Überdurchschnittlich hohe Ausbildungsvergütungen wurden sowohl in Industrie und Handel – Westen: 813 €, Osten: 730 € – als auch im öffentlichen Dienst gezahlt (in West und Ost je 792 €). „Die Zahlen des BIBB zeigen: Aktives Engagement für gute Arbeitsbedingungen zahlt sich aus“, freut sich Ringo Bischoff, ver.di Bundesjugendsekretär, über die positiven Entwicklungen.

Unter dem Gesamtdurchschnitt lagen beispielsweise die Vergütungen im Handwerk: In Westdeutschland wurden 606 € und in Ostdeutschland 504 € gezahlt.

Eine ausführlichere Darstellung der BIBB-Auswertung gibt es unter www.bibb.de/ausbildungsverguetungen-2012.

Die Gesamtübersicht der Vergütungsdurchschnitte in den vom BIBB erfassten Berufen ist abrufbar unter www.bibb.de/ausbildungsverguetung.