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27.11.2013

Heute Ruhetag?!

Wissenswertes zur Wochenend- und Feiertagsarbeit

Bis zum 18. Lebensjahr gilt für Beschäftigte die Fünf-Tage-Woche. Und als JAV habt ihr auf die Einhaltung der entsprechenden Bestimmungen zu achten. Wir haben euch alle wichtigen Infos zum Thema zusammengetragen.

Die Gesetzeslage zur Arbeit am Samstag, Sonntag oder am Feiertag unterscheidet Beschäftigte nach ihrem Alter. Als Grenze zählt dabei die Vollendung des 18. Lebensjahres – wer also noch keine 18 ist, muss weniger arbeiten.

Beschäftigungsgrenzen für Auszubildende unter 18 Jahren
Jugendliche unter 18 Jahren müssen nach § 15 Jugendarbeitsschutzgesetz (JArbSchG) die Fünf-Tage-Woche und damit zwei wöchentliche Ruhetage einhalten. Letztere sollten möglichst aufeinanderfolgen.

An Samstagen, Sonn- und Feiertagen dürfen sie prinzipiell nicht beschäftigt werden, ergänzend gelten hier die §§ 16 (Samstagsruhe), 17 (Sonntagsruhe) und 18 (Feiertagsruhe) des JArbSchG. Laut Gesetz soll ihnen also grundsätzlich ein freies Wochenende ermöglicht werden – hier gelten allerdings einige Ausnahmen:

  • Absolutes Beschäftigungsverbot gilt nur am ersten Weihnachts- und ersten Osterfeiertag sowie an Neujahr und am ersten Mai. An Heiligabend und Silvester darf nach 14 Uhr ebenfalls keine Beschäftigung mehr erfolgen. (§ 18 JArbSchG)
  • Samstagsarbeit ist zulässig für Jugendliche bestimmter Berufsgruppen und Arbeitgeber – dazu zählen u. a. Krankenanstalten, offene Verkaufsstellen sowie Verkehrswesen oder Gaststätten- und Schaustellergewerbe. Dabei sollen mindestens zwei Samstage pro Monat arbeitsfrei bleiben. Leider unschön: Auch von dieser sogenannten Sollvorschrift darf in begründeten Fällen abgewichen werden. (§ 16 Abs. 2 JArbSchG)
  • Ebenso breit gefächert sind die Ausnahmen vom Gebot der Sonntagsruhe. Auch hier soll jeder zweite Sonntag beschäftigungsfrei bleiben, zwei Sonntage im Monat müssen es mindestens sein.
  • Ähnliche Regelungen gelten auch für die Feiertagsruhe (§ 18 JArbSchG).

Beschäftigungsgrenzen für Auszubildende über 18 Jahren
Für bereits volljährige Auszubildende gilt dagegen das Arbeitszeitgesetz (ArbZG), das Berufsbildungsgesetz (BBiG) oder entsprechend das Krankenpflegegesetz (KrPflG). Falls im Tarifvertrag, einer Betriebsvereinbarung oder in eurem Arbeitsvertrag günstigere Konditionen festgehalten sind, dürft ihr euch freuen – sie stehen dann über den allgemeinen gesetzlichen Regelungen.

Nicht vergessen: Auszubildende sind zu dem Zweck ihrer Berufsausbildung beschäftigt! Also gibt es auch bei über 18-Jährigen grundsätzlich keinen Grund, sie an Sonn- und Feiertagen zu beschäftigen – es sei denn:

  • Die betreffenden Arbeiten können nicht an Werktagen vorgenommen werden (§ 10 ArbZG).
  • Die betreffenden Ausbildungsinhalte können nur an diesen Sonn- oder Feiertagen vermittelt werden und sind notwendig, um das Ausbildungsziel zu erreichen.

Zum Ausgleich für geleistete Arbeiten an Sonn- und Feiertagen steht euch übrigens innerhalb von zwei Wochen ein Ersatzruhetag zu (§ 11 ArbZG). Insgesamt müssen pro Jahr 15 Sonntage beschäftigungsfrei bleiben.

Fragen dazu? Wir sind für euch da!