Blog

09.01.2014

Alles neu in 2014?!

Was sich in 2014 alles ändert

Neues Jahr, neues Glück, Vorsätze und Veränderungen: Auch im Jahr 2014 treten zahlreiche gesetzliche Neuerungen in Kraft, die Einfluss auf die tägliche Arbeit von JAVen, aber auch auf unseren Geldbeutel und Alltag haben. Hier kommt unser Kurzüberblick.

Was ist neu in 2014? Wir haben die wichtigsten Reformen zusammengetragen – damit JAVen auch im neuen Jahr startklar für eine starke Interessenvertretung sind. Und wir schauen noch ein wenig über den JAV-Tellerrand hinaus – damit es auch für alle anderen ein in jeder Hinsicht ertragreiches Jahr wird!

Arbeit und Ausbildung

  • JAV-Wahlen

Nach der Novellierung des Landespersonalvertretungsgesetzes in Baden-Württemberg hat sich der Wahlzeitraum für JAVen verändert. Künftig müssen JAVen alle zwei Jahre vom 1. Mai bis 31. Juli regulär wählen (bisher vom 1. März bis 31. Mai).

  • Ausbildung im Bereich Bürokommunikation

Ab dem 1. August 2014 werden die drei bisherigen Berufe Bürokaufmann_frau, Kaufmann_frau für Bürokommunikation und Fachangestellte_r für Bürokommunikation zusammengefasst. Der dabei entstehende neue Ausbildungsberuf „Kaufmann_frau für Büromanagement“ wird also künftig Deutschlands meistgewählter Ausbildungsberuf sein.

Die dreijährige Ausbildung umfasst insgesamt zehn Wahlqualifikationen, mit denen Betriebe ihrem Leistungsprofil entsprechend flexibel ausbilden können. Die bisherige Zwischenprüfung wird durch eine Abschlussprüfung abgelöst, die sich dafür über einen längeren Zeitraum erstreckt.

  • Ausbildung für Notfallsanitäter_innen

Zum 1. Januar 2014 wurde die Ausbildung für Notfallsanitäter_innen modernisiert. Die Ausbildung orientiert sich ab sofort stärker an anderen Gesundheitsberufen. Sie dauert jetzt drei Jahre (bisher zwei Jahre) und wird über die gesamte Dauer vergütet.

  • Mindestlohn für Zeitarbeiter

Alle rund 800.000 Beschäftigten der Zeitarbeitsbranche dürfen sich seit dem 01. Januar 2014 über einen neuen und allgemeinverbindlichen Mindestlohn freuen. Dieser liegt bei 8,50 Euro (3,8 Prozent mehr / West) bzw. bei 7,86 Euro (4,8 Prozent mehr / Ost).

Staat und Steuern

  • Hartz IV

Ab 2014 gilt auch ein höherer Hartz IV-Satz, er beträgt jetzt monatlich 391 Euro für Alleinstehende (bisher 382 Euro) und 353 Euro pro Kopf für Erwachsene innerhalb einer Bedarfsgemeinschaft (bisher 345 Euro). Pro Kind gibt es außerdem ab sofort einen Zuschlag von fünf bis sieben Euro pro Monat, der vom Alter des Kindes abhängt.

  • Sozial- und Krankenversicherung

Bei der Renten- und Arbeitslosenversicherung steigt ab 2014 die Beitragsgrenze um 150 Euro auf 5.950 Euro (West) bzw. um 100 Euro auf 5.000 Euro Bruttomonatseinkommen (Ost). Der allgemeine Rentenbeitragssatz beträgt in ganz Deutschland 18,9 Prozent, der zur Arbeitslosenversicherung liegt bei drei Prozent vom Bruttomonatsverdienst.

Die in der Kranken- und Pflegeversicherung bundesweit einheitlich geltende Beitragsbemessungsgrenze steigt um 112,50 Euro auf 4.050 Euro Bruttomonatseinkommen. Des Weiteren müssen viele Privatversicherte ab 2014 mit höheren Beiträgen rechnen.

  • Steuerfreibetrag

Im Steuerrecht erfolgt ab 2014 eine Anhebung des steuerlichen Freibetrags auf 8.354 Euro pro Jahr. Dieser Grundfreibetrag soll das Existenzminimum sichern und darf daher nicht durch Steuerabgaben belastet werden.

Zusammen mit dem sogenannten Sparerpauschbetrag und der Sonderausgabenpauschale gilt damit seit Beginn dieses Jahres ein nicht zu versteuernder Freibetrag von jährlich insgesamt 9.191 Euro.

  • Dienstreisen

Auch das Reisekostenrecht hält News für 2014 bereit: Haben Beschäftigte mehrere Tätigkeitsstätten, muss der Arbeitgeber festlegen, welche davon der hauptsächliche Arbeitsplatz ist.

Für Fahrten zur vorrangigen Tätigkeitsstätte darf die Entfernungspauschale abgezogen werden (30 Cent pro Kilometer für die einfache Strecke). Bei allen weiteren Tätigkeitsstätten gelten die sogenannten Dienstreisegrundsätze (30 Cent pro Kilometer für Hin- und Rückfahrt zuzüglich einer Verpflegungspauschale).

Auch die Pauschalen für Verpflegungsmehraufwendungen bei Dienstreisen sind neu. Jetzt gibt es ab acht Stunden Abwesenheit zwölf Euro, ab 24 Stunden werden 24 Euro erstattet und für An- und Abreisetage nochmal weitere zwölf Euro.

Außerdem: Wer berufsbedingt einen doppelten Haushalt führen muss, kann jetzt monatlich bis zu 1.000 Euro der Unterkunftskosten von der Steuer absetzen.

Rund um den Alltag

  • Bargeldloser Zahlungsverkehr

SEPA (Single Euro Payments Area) bezeichnet den einheitlichen bargeldlosen Euro-Zahlungsverkehr. Und in 2014 fällt der Startschuss für die sogenannte SEPA-Umstellung: Zur Vereinfachung des internationalen Zahlungsverkehrs werden ab dem 1. Februar Kontonummer und Bankleitzahl durch eine neue internationale Kontonummer ersetzt.

Die 22-stellige IBAN (International Bank Account Number) beginnt in Deutschland mit DE, gefolgt von zwei Kennziffern für das jeweilige Bankinstitut, danach Bankleitzahl und Kontonummer. Auch wenn die Ausbildungsvergütung weiterhin auf dasselbe Konto überwiesen wird, ändert sich also die jeweilige Bankverbindung.

Und wem das alles zu schnell geht: Während der SEPA-Standard für Unternehmen, Vereine und die öffentliche Verwaltung ab 01. Februar 2014 verpflichtend ist, dürfen Privatpersonen für inländische Überweisungen noch bis 01. Februar 2016 ihre bisherigen Kontodaten benutzen – sofern die eigene Bank einverstanden ist.

  • Handykosten im Ausland

Wer im Ausland zum Handy greifen muss, greift leider auch tief in die Tasche… Immerhin sinken seit Jahren die Preise für Handytelefonate im Ausland – so auch in 2014!

Ab dem 1. Juli werden für Anrufe aus dem Ausland in das eigene Heimatland innerhalb der EU nur noch 23 Cent pro Minute berechnet. Für den Versand einer SMS aus dem Ausland werden künftig sieben Cent fällig.

Eingehende Anrufe bei Aufenthalt im Ausland kosten dann nur noch sechs Cent pro Minute. Und der Preis für ein Megabyte Datenvolumen beträgt maximal 24 Cent.

  • Was noch?

Zu guter Letzt ein paar weitere News im Schnelldurchlauf: Das Punktesystem der Flensburger Punktekartei wird ebenso reformiert, wie die Widerrufsregeln für den Handel im Internet, die nun EU-weit einheitlich beschlossen werden. Und leider steigen auch einige Preise – beispielsweise bei der Deutschen Post, die das Porto für Standardbriefe auf 60 Cent erhöht.

So sieht‘s also aus – vieles wird besser, manches wird teurer und einiges wird schwerer.

Wir wünschen euch in jedem Fall ein tolles neues Jahr und stehen euch wie gewohnt bei allen Fragen und Sorgen rund um die Ausbildung zur Verfügung!